In Ligurien wachsen Erdbeeren auf Bäumen

Im Herbst leuchten die roten Früchte des Erdbeerbaums in den Macchien und an den Hängen der Mittelmeerküste. Die 2,5 cm grossen Früchte mit der leuchtendroten, warzigen Oberfläche schmecken zwar nicht so gut wie richtige Erdbeeren, haben aber mit ihrem Aussehen dem Baum zu seinem Namen verholfen. Mancherorts werden die Schein-Erdbeeren zu Marmelade und Likör verarbeitet. Man kann sie auch direkt vom Erdbeerbaum pflücken und probieren. Zuviel rohe Früchte sollte man aber nicht essen, denn grössere Mengen können zu Übelkeit führen.

Wir waren jedoch nicht nur wegen des Erdbeerbaums an der Riviera di Levante südöstlich von Genua. Unser Hauptziel war das Erkunden neuer Wege für die Wanderferien im Oktober 2024. Bei besten Wetterverhältnissen konnten wir während vier Tagen Wanderwege durch Steineichenwälder und Olivenhaine, von Bergdörfern im Hinterland über aussichtsreiche Bergkämme bis zur Küste erwandern. Dabei entdeckten wir spezielle Restaurants, Apero-Bars und natürlich feine Gelaterias. Lasst euch überraschen und kommt mit uns vom 6. bis 12. Oktober 2024 – Ligurien, wandern und geniessen.

 

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Salamander mögen es feucht

Im Gegensatz zu uns Menschen setzen sich Salamander nicht freiwillig der Sonne aus. Sie bevorzugen feuchte Verstecke, wo sie sich einen Grossteil des Tages aufhalten. Wenn es regnet steigen die Chancen einem Vertreter dieser urtümlichem Amphibien zu begegnen. Diesen Feuersalamander konnten wir am verregneten Pfingstwochenende am Buchserberg auf dem Wanderweg beobachten.

Feuersalamander

Feuersalamander

Der bis zu 20 cm lange Feuersalamander ist mit seinem wulstigen Körper und den gelben Flecken, die sich von der schwarzen Haut abheben, einfach zu bestimmen. Dieser Salamander lebt typischerweise in Waldgebieten in der Ebene und in mittleren Höhen bis 1000 m. Aktiv ist er vor allem bei Regenwetter und während der Nacht.

 

Alpensalamander

Alpensalamander

Der Alpensalamander ist weniger ein Waldtier und vor allem eine Gebirgsart. Er bevorzugt niederschlagsreiche Bergketten wo er bis auf 2400 m anzutreffen ist. Ein Regentag mit einer Temperatur von mindestens 4°C ist für diese Amphibie das typische Wetter um auf die Jagd zu gehen und vom Abend bis zum Morgen Wiesen unsicher zu machen. Ein Gewitter nach einer Trockenperiode kann ein sofortiges Ausschwärmen von Alpensalamandern zu jeder Tageszeit auslösen.

Es lohnt sich bei jedem Wetter unterwegs zu sein und nach diesen Salamandern Ausschau zu halten.

Birkhuhn Balz

Langsam hält auch in den Bergen der Frühling Einzug. Während dieser Jahreszeit liefert uns die Natur ein überraschendes Spektakel, die Balzshow der Birkhühner. Zu den eindrucksvollen Balzspielen finden sich die Birkhähne bereits im April auf dem Balzplatz ein, einen Monat vor den Hennen. Jeweils am frühen Morgen vollführen die Hähne während mehreren Wochen eigenartige Tänze, die sie mit einem tiefen Kullern begleiten. Dabei plustern sie das Gefieder auf und ziehen die Flügel nach. Im Mai besuchen die Weibchen den Balzplatz und lassen sich vom dominantesten Hahn begatten.
Wenn man das Glück hat, Zeuge einer Balzshow zu werden, sollte man das Tanzspektakel nur aus grosser Distanz beobachten. Die Birkhühner reagieren sehr empfindlich auf Störungen.

Hirschbrunft

Alljährlich im September / Oktober findet in den Bergen ein imposantes Naturschauspiel statt. Die Sommermonate haben die Hirsche genutzt um ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen und Fettreserven zu bilden. Jetzt sind sie in bester körperlicher Verfassung für die Hirschbrunft.

Gesteuert durch die kürzer werdenden Tage wird die Produktion des Geschlechtshormons Testosteron der Hirsche gesteigert. Dadurch werden die männlichen Tiere aggressiver und angriffslustiger. Das spielerische Kräftemessen unter den Hirschen in den männlichen Rudeln wird immer ernster. In der Folge lösen sich die Hirschgruppen auf. Die Tiere wandern zu den angestammten Paarungsplätzen, wo sich die Weibchen befinden.

Der Hirsch markiert sein Territorium geruchlich durch Harnspritzer und akustisch mit dem Brunftschrei. Dieses gewaltige Röhren in den Bergen zu erleben ist ein unvergessliches Erlebnis. Mit dem Brunftschrei gibt der Hirsch seinen Konkurrenten und den Weibchen bekannt, wo er sich aufhält. Die Rivalen können aufgrund der Tonlage und Frequenz gegenseitig die Stärke einschätzen. Einzelne Hirsche können bis 500 Rufe pro Stunde erbringen.

Die stärksten Hirsche bilden ein Brunftrudel. Der ‘Platzhirsch’ wird jedoch fortlaufend von Rivalen bedrängt, welche ihn herausfordern oder versuchen Weibchen abzuwerben. Die Paarung sowie das ständige Abwehren der Kontrahenten durch Drohgebärden und Brunftkämpfe ist äusserst kräftezehrend. Zudem bleibt für die Nahrungsaufnahme fast keine Zeit. Nach der zwei bis drei Wochen dauernden Brunftzeit ist der männliche Hirsch völlig erschöpft und abgemagert. Bis zu dreissig Kilo Körpergewicht verliert ein Tier in dieser Zeit. Nun gilt es schnell wieder möglichst viel Nahrung aufzunehmen und Fettreserven anzulegen um für die strenge Winterzeit gerüstet zu sein.

Im Grenzgebiet Liechtenstein / Österreich gibt es mehrere Brunftplätze. Ein besonders schönes Brunftgebiet besuchen wir auf unserer 2-Tagestour Anfang Oktober 2022. In einer eindrücklichen Berglandschaft können Gäms- und Hirschgruppen beobachtet werden.

bella Italia – Frühling am Mittelmeer

Die Sonne wärmt uns auf der Bootsfahrt von Camogli zum Startpunkt unserer ersten Wanderung. Kaum zu glauben, dass wir erst vor sieben Stunden den Bus im nasskalten Sargans bestiegen haben. In Punta Chiappa verlassen wir das Schiff und beginnen unsere Angewöhnungstour mit dem Aufstieg zur ältesten Kirche Liguriens. Die Chiesa San Nicolò di Capodimonte wurde im 12. Jahrhundert an aussichtsreicher Lage hoch über der Küste gebaut. Nach einer kurzen Besichtigung wandern wir via San Rocco zurück zum Hotel. Das Abendessen im Strandrestaurant rundet den Beginn der Wanderferien kulinarisch ab.

Das lebendige Hafenstädtchen Camogli ist die Basis für unsere Exkursionen durch die abwechslungsreichen Wandergebiete. Der mittelalterliche Ortskern befindet sich auf der Halbinsel um die Kirche mit verwinkelten Gassen und dem Hafen. Anfang des 19. Jahrhundert zählte Camogli zu den bedeutendsten Seefahrer-Städten Europas und besass mehr Schiffe als Genua.

Mit Zug, Bus und Schiff erreicht man bequem die schönsten Orte der Riviera del Levante. So besuchten wir jeden Tag ein unterschiedliches Wandergebiet. Die Küstenwanderung bei Sestri Levante, eine Bergtour vom abgelegenen Bergdorf Chingero aus oder Exkursionen im Parco Naturale di Portofino – jede Wanderung hat ihren eigenen Charakter und es bleibt immer Zeit, um ein neues Städtchen zu erkunden oder in einem kleinen Ristorante ligurische Köstlichkeiten zu probieren.

Wie immer wenn es schön ist, die Zeit vergeht viel zu schnell. Aber zum Glück gibt es im Frühling eine nächste Gelegenheit die ligurische Mittelmeerküste wandernd kennenzulernen.