Hirschbrunft

Alljährlich im September / Oktober findet in den Bergen ein imposantes Naturschauspiel statt. Die Sommermonate haben die Hirsche genutzt um ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen und Fettreserven zu bilden. Jetzt sind sie in bester körperlicher Verfassung für die Hirschbrunft.

Gesteuert durch die kürzer werdenden Tage wird die Produktion des Geschlechtshormons Testosteron der Hirsche gesteigert. Dadurch werden die männlichen Tiere aggressiver und angriffslustiger. Das spielerische Kräftemessen unter den Hirschen in den männlichen Rudeln wird immer ernster. In der Folge lösen sich die Hirschgruppen auf. Die Tiere wandern zu den angestammten Paarungsplätzen, wo sich die Weibchen befinden.

Der Hirsch markiert sein Territorium geruchlich durch Harnspritzer und akustisch mit dem Brunftschrei. Dieses gewaltige Röhren in den Bergen zu erleben ist ein unvergessliches Erlebnis. Mit dem Brunftschrei gibt der Hirsch seinen Konkurrenten und den Weibchen bekannt, wo er sich aufhält. Die Rivalen können aufgrund der Tonlage und Frequenz gegenseitig die Stärke einschätzen. Einzelne Hirsche können bis 500 Rufe pro Stunde erbringen.

Die stärksten Hirsche bilden ein Brunftrudel. Der ‘Platzhirsch’ wird jedoch fortlaufend von Rivalen bedrängt, welche ihn herausfordern oder versuchen Weibchen abzuwerben. Die Paarung sowie das ständige Abwehren der Kontrahenten durch Drohgebärden und Brunftkämpfe ist äusserst kräftezehrend. Zudem bleibt für die Nahrungsaufnahme fast keine Zeit. Nach der zwei bis drei Wochen dauernden Brunftzeit ist der männliche Hirsch völlig erschöpft und abgemagert. Bis zu dreissig Kilo Körpergewicht verliert ein Tier in dieser Zeit. Nun gilt es schnell wieder möglichst viel Nahrung aufzunehmen und Fettreserven anzulegen um für die strenge Winterzeit gerüstet zu sein.

Im Grenzgebiet Liechtenstein / Österreich gibt es mehrere Brunftplätze. Ein besonders schönes Brunftgebiet besuchen wir auf unserer 2-Tagestour Anfang Oktober 2020. In einer eindrücklichen Berglandschaft können Gäms- und Hirschgruppen beobachtet werden.

Birkhuhn Balz

Langsam hält auch in den Bergen der Frühling Einzug. Während dieser Jahreszeit liefert uns die Natur ein überraschendes Spektakel, die Balzshow der Birkhühner. Zu den eindrucksvollen Balzspielen finden sich die Birkhähne bereits im April auf dem Balzplatz ein, einen Monat vor den Hennen. Jeweils am frühen Morgen vollführen die Hähne während mehreren Wochen eigenartige Tänze, die sie mit einem tiefen Kullern begleiten. Dabei plustern sie das Gefieder auf und ziehen die Flügel nach. Im Mai besuchen die Weibchen den Balzplatz und lassen sich vom dominantesten Hahn begatten.
Wenn man das Glück hat, Zeuge einer Balzshow zu werden, sollte man das Tanzspektakel nur aus grosser Distanz beobachten. Die Birkhühner reagieren sehr empfindlich auf Störungen.

Schneesport mit Rücksicht

Schneeschuhlaufen ermöglicht märchenhafte Winterlandschaften in unberührter Natur zu erleben. Dabei gilt es Rücksicht zu nehmen auf die Natur. Das unerwartete Auftauchen eines Wintersportlers kann für Wildtiere problematisch sein. Eine Flucht durch den Schnee verbraucht viel Energie, welche dann zum Überleben fehlt. Wildruhezonen schützen die Wildtiere vor übermässiger Störung durch die Freizeitaktivitäten des Menschen. Diese Gebiete dürfen darum im Winter nicht oder nur auf ausgewiesenen Routen betreten werden.

Die informative Webseite Respektiere deine Grenzen informiert über die aktuellen Wildruhezonen und das Verhalten gegenüber Wildtieren im Winter.

Salamander mögen es feucht

Im Gegensatz zu uns Menschen setzen sich Salamander nicht freiwillig der Sonne aus. Sie bevorzugen feuchte Verstecke, wo sie sich einen Grossteil des Tages aufhalten. Wenn es regnet steigen die Chancen einem Vertreter dieser urtümlichem Amphibien zu begegnen. Diesen Feuersalamander konnten wir am verregneten Pfingstwochenende am Buchserberg auf dem Wanderweg beobachten.

Feuersalamander

Feuersalamander

Der bis zu 20 cm lange Feuersalamander ist mit seinem wulstigen Körper und den gelben Flecken, die sich von der schwarzen Haut abheben, einfach zu bestimmen. Dieser Salamander lebt typischerweise in Waldgebieten in der Ebene und in mittleren Höhen bis 1000 m. Aktiv ist er vor allem bei Regenwetter und während der Nacht.

 

Alpensalamander

Alpensalamander

Der Alpensalamander ist weniger ein Waldtier und vor allem eine Gebirgsart. Er bevorzugt niederschlagsreiche Bergketten wo er bis auf 2400 m anzutreffen ist. Ein Regentag mit einer Temperatur von mindestens 4°C ist für diese Amphibie das typische Wetter um auf die Jagd zu gehen und vom Abend bis zum Morgen Wiesen unsicher zu machen. Ein Gewitter nach einer Trockenperiode kann ein sofortiges Ausschwärmen von Alpensalamandern zu jeder Tageszeit auslösen.

Es lohnt sich bei jedem Wetter unterwegs zu sein und nach diesen Salamandern Ausschau zu halten.

Der Bergfrühling lockt

Die Vegetationszeit in den Alpen ist kurz und die Pflanzen müssen sich beeilen um rechtzeitig zu blühen und fruchten. Die heissen Tage dieser Woche haben der Alpenflora den notwendigen Schub gegeben und die Blumenpracht rund um den Margelchopf leuchtet in allen Farben. Ein spezieller Genuss ist eine Wanderung am frühen Morgen. Nach dem Sonnenaufgang wärmen sich die Murmeltiere mit den ersten Sonnenstrahlen auf einem Stein, der Bergpieper zwitschert seine Melodie im Sinkflug und überall rauschen kleine Bächlein aus dem schmelzenden Schneefelder.